In Wittenberg haben neben Luther, Melanchthon und Cranach noch andere berühmte Leute gewirkt, gelehrt, In Wittenberg haben neben Luther, Melanchthon und Cranach noch andere berühmte Leute studiert gewirkt, gelehrt. An den Häusern, in denen sie gewohnt oder gewirkt haben, erinnern Tafeln an sie (so wie an Stifel und Böttger, siehe Posting 1.11.). Leider sind dort ausschliesslich Männer verewigt, denn als andernorts die Frauen ihre
Studienberechtigung erkämpft hatten, war die Wittenberger Uni schon dicht und nach Halle verlegt.
Das hier war
Dr. Faust, den Goethe verewigt hat - um das Andenken des (vermutlich) real existiert habenden Johann Faust nicht zu kränken, hat ihn der Dichter in Heinrich umgetauft („Heinrich, mir graut vor Dir“).


Bekanntermaßen haben die Preussen nach Beginn ihrer Herrschaft über Wittenberg nicht nur die Uni verlegt, sondern aus der Stadt einen großen Militärstandort gemacht (die Wittenberger hätten lieber die Uni behalten und auf's Militär verzichtet). Einer der dort sein Unwesen Treibenden war ein Leutnant namens Werner von Siemens, der wegen der verbotenen Teilnahme an einem Duell zu Festungshaft verknackt wurde. Sobald wie ihm möglich, verliess er die Armee und gründete das gleichnamige Elektroindustrieunternehmen, das noch heute Schlagzeilen macht -
wenn auch
nicht immer positive.


Dem Theologen Zinzendorf habe ich eine Notenaufbesserung in meinem schlechtesten Schuljahr zu verdanken,
deshalb bekommt er hier einen Ehrenplatz.


Und das kam so:
In der 10. Klasse Gymnasium war ich grottenschlecht. Keine Lust zu nix, entsprechend sah das Zwischenzeugnis aus.

Unser Religionslehrer war ein durch und durch gutmütiger Mensch. Schlechtere Noten als 3 gab es bei ihm nicht, und die bekamen nur Leute, die durch keinerlei Unterrichtsaktivitäten aufgefallen waren. Normalerweise wäre ich in diesem Jahr ein Dreierkandidat gewesen, siehe oben.
Eines Tages kurz vor Schuljahresende saß ich in meiner Bank (ziemlich weit hinten), der Lehrer erzählte vorne etwas, keine Ahnung was - ich war mit dem Abschreiben von Hausaufgaben eines anderen Fachs beschäftigt. Hörte mit einem Ohr, wie er fragte, wann Zinzendorf gelebt hatte.
Ich hatte diese Daten irgendwo aufgeschnappt, und ich habe ein gutes Zahlengedächtnis.
1700 bis 1760, brummte ich.
Der Lehrer wurde hellhörig. Eine konstruktive Äusserung aus dieser Ecke war er nicht gewohnt, noch dazu, wenn derjenige eigentlich mit etwas Fachfremdem beschäftigt war (was ich freimütig zugab, denn bei dem guten Mann war das erlaubt).
Und so bekam ich allein aufgrund dieses Lichtblicks einen Zweier in Religion.